Gerechtigkeit & öffentlicher Raum in Linz (Gruppe 5)

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Forschungsfrage: Wie wirken sich soziale Ungleichheiten auf die Nutzung von öffentlichen Räumen aus?

 

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung [Bearbeiten]

Öffentliche Räume wie Spielplätze, Parks, Straßen oder auch amtliche Gebäude sind aus dem städtischen Leben kaum mehr wegzudenken. Sie bieten Raum für soziale und kulturelle Aktivitäten sowie für Erholung oder politische Teilhabe. Durch sie kommt es zur Förderung von gesellschaftlichem Zusammenhalt sowie zur Besserung sozialer Integration. Diese öffentlichen Räume werden als Orte wahrgenommen, die für alle Menschen unabhängig von sozialen, wirtschaftlichen oder kulturellen zugängig sind. In der Realität zeigt sich jedoch, dass die Nutzung der Räume nicht immer gleichberechtigt ist und durch vielfältige soziale Ungleichheiten beeinflusst wird. Somit haben unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ungleichen Zugang zu diesen Orten bzw. erleben diese Räume auf andere Weisen.

Soziale Ungleichheiten, die z.B. aufgrund Einkommensdifferenzen oder ungleichen Bildungschancen entstehen, prägen nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern wirken sich auch auf deren Möglichkeiten und Erfahrungen im öffentlichen Raum aus. So können sich Menschen beispielsweise die Anreise nicht leisten oder stoßen aufgrund einer Behinderung auf physische Barrieren, die nicht oder schwierig zu überwinden sind. Auch der oftmals fehlende Sicherheitsaspekt spielt für Frauen oft eine große Rolle.

In dieser Arbeit werden wir die Beziehung zwischen sozialen Ungleichheiten und der Nutzung öffentlicher Räume analysieren. Dabei wird untersucht, wie die unterschiedlichen Arten von Ungleichheiten, wie etwa Einkommensunterschiede, Geschlechterungleichheiten oder rassistische Diskriminierung, die Nutzung von öffentlichen Räumen beeinflussen.

Diese Gruppenarbeit setzt sich zum Ziel, die Wechselwirkungen zwischen sozialen Ungleichheiten und der Nutzung öffentlicher Räume zu analysieren. Dafür werden wir zunächst zentrale Begriffe und Theorien definieren und anschließend die Entstehung spezifischer Formen sozialer Ungleichheiten beleuchten. Darauf aufbauend wird untersucht, wie sich diese auf die Nutzung und Gestaltung öffentlicher Räume auswirken. Zum Schluss werden noch mögliche Ansätze und Lösungen diskutiert, um die Nutzung öffentlicher Räume gerechter zu gestalten.

Definitionen (Anna Wagner, Katharina Pirker) [Bearbeiten]

Soziale Ungleichheit

Bedeutung

Soziale Ungleichheit ist eine gesellschaftliche, andauernde Ungleichheit (vgl. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 2019).
Führt man diese einfache Beschreibung weiter aus, so erhält man folgende Definition: „Soziale Ungleichheit beschreibt den Zustand, wenn Menschen aus gesellschaftlichen Gründen über bestimmte Ressourcen oder Lebensbedingungen mehr oder weniger verfügen. Aufgrund dieses Zustands haben sie regelmäßig bessere oder schlechtere Lebens- und Verwirklichungschancen“ (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 2019).

Es handelt sich somit um eine regelmäßige und dauerhafte Form der Begünstigung oder Benachteiligung. Hervorzuheben sind jene Ungleichheiten im Zugang zu oder in der Verteilung von Ressourcen, die sich auf soziale Gruppen beziehen (Solga, Powell & Berger, 2009).

Abgrenzungen
Vorübergehende Ungleichheiten

Davon abzugrenzen sind vorübergehende Ungleichheiten. Diese sind meist auf das Individuum bezogen und durch eine momentane, natürliche Situation entstandene Vor- oder Nachteile, wie beispielsweise ein Lottogewinn oder spezifische Charaktereigenschaften (vgl. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 2019).

Soziale Differenzierungen

Weiters sei noch auf den Unterschied zu sozialen Differenzierungen hingewiesen. Diese können in manchen Gesellschaften und in bestimmten Kontexten zu sozialen Ungleichheiten werden, sind aber nicht zwingend mit Vor- und Nachteilen verbunden. Es ist davon auszugehen, dass soziale Differenzierungen nicht gänzlich beseitigt werden können, auch wenn prinzipiell eine Beseitigung der sozialen Ungleichheit angestrebt wird. Es gibt jedoch eine „vom Menschen eingeführte Ungleichheit“, die beispielsweise die Einkommens- und Prestigeunterschiede in unterschiedlichen Berufspositionen meint oder den Gender Pay Gap (Solga et al., 2009, S. 15–16).

Menschliche Verschiedenartigkeiten

In einer weiteren Abgrenzung zu sozialen Ungleichheiten stehen menschliche Verschiedenartigkeiten, die ebenfalls Unterschiede zwischen Menschen meinen, jedoch im Normalfall weder zu sozialen Differenzierungen noch zu sozialer Ungleichheit führen. Erst wenn für diese Themen, die beispielsweise Haarfarbe, Lieblingsfarbe oder Größe umfassen, eine gesellschaftliche Relevanz vorliegt, können sie sich auch zu einer sozialen Ungleichheit entwickeln. Dieser Vorgang wird als Transformation von Verschiedenartigkeit zu sozialer Ungleichheit bezeichnet (vgl.Solga et al., 2009, S. 16).

Formen
Chancenungleichheit

Dies meint, wie anfangs erwähnt, die ungleichen Chancen verschiedener sozialer Gruppen beim Zugang zu bestimmten Ressourcen. Dazu zählt auch der Zugang zu sozialen Positionen, wie beispielsweise am Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt (vgl. Solga et al., 2009).

Man spricht von Chancenungleichheit, wenn jemandem dieser Zugang aufgrund von „seiner sozialen Herkunft, seines Geschlechts, seiner Hautfarbe, seiner Religionszugehörigkeit oder wegen anderer persönlicher Merkmale“ erschwert oder erleichtert wird und dadurch Vor- oder Nachteile entstehen (Hopf & Edelstein, 2018).

Ergebnis- bzw. Verteilungsungleichheit

Wenn der Besitz bestimmter wertvoller Güter oder besonders prestigeträchtige, erstrebenswerte Positionen, auf die zurückgegriffen werden kann, zu Vor- oder Nachteilen führt, so spricht man von Ergebnis- bzw. Verteilungsungleichheit. Damit gemeint ist die ungleiche Verteilung von gewissen Bedingungen oder Ressourcen, darunter fallen auch ungleiche Einkommen, Arbeitsbedingungen oder Lebensstandards (vgl. Solga et al., 2009, S. 21f.).

Mit Bezug auf den öffentlichen Raum entstehen, auf Basis der oben genannten zwei Formen, weitere, präzisere Formen der sozialen Ungleichheit, auf die in der vorliegenden Arbeit näher eingegangen wird.

Öffentliche Räume

Bedeutung

„Als öffentlicher Raum wird die Gesamtheit aller Flächen in einem Gemeindegebiet bezeichnet, die für die Allgemeinheit zugänglich sind“ (Berding & Selle, 2018, S. 1640).

Abgrenzung

Auf den ersten Blick erscheinen viele Flächen klar als öffentlicher Raum erkennbar, bei genauerer Betrachtung ist der Begriff „öffentlicher Raum“ jedoch sehr vielschichtig, weshalb eine Abgrenzung zu bedingt öffentlichen Räumen und öffentlich nutzbaren Räumen aus privater Hand getroffen werden sollte (vgl. Breuer, 2003, S. 5).

Bedingt öffentliche Räume

Räume, die zu dieser Kategorie gehören, werden von öffentlicher Hand verwaltet, der gesellschaftliche Zweck und Gebrauch kann jedoch definiert und auch eingeschränkt sein. Dazu zählen in vielen Städten Friedhöfe oder auch bestimmte Spielplätze oder Gärten (vgl. Breuer, 2003, S. 5f.).

Öffentlich nutzbare Räume in privater Hand

Diese könnten auch als bedingt private Räume bezeichnet werden. Es handelt sich um Räume in privatem Besitz, die jedoch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und deren Zweck der Gesellschaft dient. In diese Kategorie fallen beispielsweise Einkaufszentren (vgl. Breuer, 2003, S. 6).

Funktionen
Identitätsstiftende Funktionen

Öffentliche Räume sind oftmals prägend in ihrem Erscheinungsbild, überdauern nicht selten einen beträchtlichen Teil der Geschichte einer Stadt und „sind damit auch Träger von Bedeutungen, Erinnerungen und Geschichten“ (Berding & Selle, 2018, S. 1641).

Das Stadtmarketing trägt meist zusätzlich dazu bei, dass öffentliche Räume zum Abbild einer ganzen Stadt und zum Teil der Identität werden können, wenn diese zentral oder besonders ansehnlich sind (vgl. Berding & Selle, 2018, S. 1641).

Soziale Funktionen

Öffentliche Räume besitzen vielfältige soziale Funktionen. Sie dienen beispielsweise als Treffpunkte, Kunst- und Kulturräume oder Bühnen (vgl. Damyanovic, 2016).

Weitere Funktionen

Neben den genannten Funktionen gibt es auch noch ökologische und ökonomische Zwecke, denen öffentliche (Grün)Räume dienen. Öffentliche Räume sind oftmals auch Schauplätze für politische Aktivitäten, wie Reden, Versammlungen oder Demonstrationen (vgl. Berding & Selle, 2018, S. 1642f.).

Entstehung von sozialen Ungleichheiten [Bearbeiten]

Einkommensungleichheiten (Magdalena Silber)

Einkommensungleichheiten sind ein zentrales Thema, da sie weitreichende Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Nutzung öffentlicher Räume haben. Diese Ungleichheiten beeinflussen, inwieweit verschiedene soziale Gruppen Zugang zu öffentlichen Räumen finden und wie diese genutzt werden. Einkommensschwache Haushalte sind oftmals stärker auf öffentliche Angebote angewiesen, da ihnen private Alternativen fehlen. Dieses Ungleichgewicht ist auch in österreichischen Städten wie Linz spürbar, wo soziale und wirtschaftliche Unterschiede den Zugang und die Wahrnehmung öffentlicher Räume prägen (vgl. UN-Habitat, 2020).

Einkommensungleichheiten in Linz

Linz zeigt deutliche Unterschiede in der Einkommensverteilung. Laut der Arbeiterkammer Oberösterreich verdienen Frauen in Linz durchschnittlich 17 % weniger als Männer. Diese Einkommensunterschiede sind auf Faktoren wie Teilzeitarbeit, geringere Entlohnung in „Frauenberufen“ und den Mangel an Frauen in Führungspositionen zurückzuführen (vgl. MeinBezirk, 2021).

Einkommensungleichheiten betreffen auch Migrantinnen und Migranten sowie Alleinerziehende in Linz überdurchschnittlich stark. Laut Statistik Austria liegt das Armutsrisiko für Migranten und Alleinerziehende signifikant über dem Durchschnitt. Diese finanziellen Einschränkungen zwingen viele Betroffene, in weniger wohlhabenden Stadtteilen zu leben, wo die Qualität der öffentlichen Infrastruktur oftmals geringer ist (vgl. Statistik Austria, 2022). So fehlen in diesen Gebieten häufig gut ausgestattete Grünflächen, gepflegte Spielplätze oder sichere Aufenthaltsräume, was die Lebensqualität weiter reduziert.

Die Nutzung öffentlicher Räume durch unterschiedliche Einkommensgruppen

Öffentliche Räume spielen eine zentrale Rolle für einkommensschwache Haushalte, da sie oftmals die einzigen Orte bieten, die kostenfrei zugänglich sind. Parks wie der Volksgarten oder die Donaulände in Linz sind für viele Familien mit geringem Einkommen unverzichtbar, da sie Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten bieten, ohne finanzielle Belastungen zu verursachen. Laut einer Untersuchung des Linzer Stadtentwicklungsplans nutzen Menschen mit niedrigem Einkommen öffentliche Grünflächen durchschnittlich häufiger als wohlhabendere Gruppen, da diese seltener über private Alternativen wie Gärten oder Mitgliedschaften in Freizeitclubs verfügen (vgl. Stadt Linz, 2020).

Dennoch sind öffentliche Räume in Linz nicht frei von Problemen. Eine hohe Nutzungsfrequenz durch einkommensschwache Gruppen führt oft zu einer Überlastung der vorhandenen Infrastruktur. Verschleiß, mangelnde Pflege und Konflikte zwischen Nutzergruppen beeinträchtigen die Qualität der öffentlichen Orte. Besonders Frauen und ältere Menschen geben an, dass sie sich in bestimmten Bereichen der Stadt unsicher fühlen, insbesondere bei schlechter Beleuchtung oder in wenig frequentierten Räumen (vgl. UN-Habitat, 2020).

Außerdem zeigen sich unterschiedliche Ansprüche an die Gestaltung öffentlicher Räume. Während einkommensstärkere Gruppen oft höhere Erwartungen an Ästhetik und kulturelle Angebote haben, stehen für einkommensschwächere Menschen funktionale Aspekte wie Sitzgelegenheiten, Barrierefreiheit und Spielmöglichkeiten im Vordergrund. Diese verschiedenen Bedürfnisse stellen eine Herausforderung für die Stadtplanung dar und erfordern eine sorgfältige Abwägung (vgl. Stadt Linz, 2020).

Maßnahmen zur Verringerung der Auswirkungen

Um den negativen Folgen von Einkommensungleichheiten entgegenzuwirken, sind gezielte Investitionen in die öffentliche Infrastruktur notwendig. In Linz könnten insbesondere sozial benachteiligte Stadtteile durch die Sanierung von Parks, die Schaffung neuer Spielplätze und die Verbesserung der Sicherheitsstandards aufgewertet werden. Der Ausbau von Beleuchtung und die Bereitstellung zusätzlicher Sitzgelegenheiten könnten beispielsweise dazu beitragen, das subjektive Sicherheitsgefühl zu erhöhen und die Nutzung öffentlicher Räume zu fördern (vgl. Statistik Austria, 2022).

Darüber hinaus könnten soziale Programme wie kostenlose Freizeit- und Bildungsangebote für einkommensschwache Gruppen einen wichtigen Beitrag leisten. Eine Verbesserung der ökonomischen Situation durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen könnte langfristig nicht nur die Einkommensungleichheiten verringern, sondern auch die Nutzung öffentlicher Räume ausgewogener gestalten (vgl. UN-Habitat, 2020).

 

Literatur:  

MeinBezirk. (2021). Linzerinnen arbeiten heuer 62 Tage gratis. https://www.meinbezirk.at

Statistik Austria. (2022). Einkommen und Armutsgefährdung: Linz im Vergleich.  https://www.statistik.at

Stadt Linz. (2020). Linzer Stadtentwicklungsplan 2020: Perspektiven für die Zukunft. https://www.linz.at

UN-Habitat. (2020). Public Space as a Driver for Inclusion and Equality. https://unhabitat.org

Geschlechterungleichheiten

In diesem Kapitel wird näher auf Geschlechterungleichheiten im öffentlichen Raum in Linz eingegangen.  Dabei wird besonders der Linzer Frauenbericht und seine Bedeutung thematisiert, ebenso wie das Thema Sicherheit und die ungleiche Geschlechteraufteilung bei der Benennung von Straßennamen.

Linzer Frauenbericht und Linzer Frauenprogramm

Obwohl Männer und Frauen hierzulande rechtlich gleichgestellt sind haben Frauen in der Realität immer noch laufend mit Diskriminierungen und Benachteiligungen zu kämpfen, weshalb Frauenberichterstattung umso wichtiger ist.

Nach 2011 und 2018 wurde am 17. Dezember bereits zum dritten Mal der Linzer Frauenbericht veröffentlicht. Während man bei den ersten beiden Berichten durchaus optimistisch in die Zukunft blickte was gleichstellungspolitische Entwicklungen betrifft, erscheint der aktuellste Bericht in einem anderen von neuen Herausforderungen betroffenen gesellschaftlichen Klima. Obwohl es im feministischen und queere Aktivismus auch positive Entwicklungen in Bereichen wie etwa Gewaltschutz, rechtlicher Gleichstellung von gleichgeschlechtlicher Sexualität oder der Anerkennung nicht-heteronormativer Geschlechteridentitäten gibt, wird auch ersichtlich woran noch gearbeitet werden muss um künftig eine faire Gleichstellungspolitik zu erzielen.

Zentrale Ergebnisse zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation für Linzerinnen konnten in den verschiedensten Bereichen wie beispielweise Bildung, Erwerbsbeteiligung und Wohnen festgehalten werden. (vgl. Magistrat Linz, 2024)

2015 wurde das erste Linzer Frauenprogramm veröffentlicht welches auf dem Linzer Frauenbericht basiert. Hier wurden vier Schwerpunkte herausgearbeitet welche zentral für die Lebenswelten der Linzer Frauen sind.

 

  • Sichtbarmachung: Es soll zur Aufgabe gemacht werden Geschlechterungleichheiten und Frauenbenachteiligungen durch verschiedene Maßnahmen einzuschränken.
  • Raum schaffen: Das Hauptziel ist die Optimierung der Lebensqualität in den Stadtteilen und im öffentlichen Raum.
  • Vernetzung: Hier steht die Stärkung der  Kommunikation der Frauen untereinander im Fokus.
  • Strukturen verbessern: Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und sozialstaatliche Maßnahmen sowie frauenspezifische Bildungsangebote und Unterstützung im beruflichen Werdegang spielen eine entscheidende Rolle. (vgl. Magistrat Linz, o.D.)

 

Sicherheit („Angsträume“)

Ein weiterer Aspekt der beleuchtet gehört ist das Thema Sicherheit für Frauen im öffentlichen Raum. Vor allem schlecht beleuchtete Straßen, Wege, Plätze, Wohnanlagen, abgelegene Häuser und Tiefgaragen sind Orte die Unsicherheit und Angst hervorrufen. Auch Hauseingänge und Stiegenhäuser sind für viele Frauen sogenannte „Angst-Räume“. Und dieses Bedrohungsgefühl ist berechtigt: Studien zeigen dass bei einem Drittel der sexuellen Gewalttaten, bei denen  der Täter ein Unbekannter ist, ein Hauseingang oder Stiegenhaus der Tatort ist. (vgl. Land Oberösterreich, 2017)

 

Auf einer neuen Parkbank in Alturfahr steht die Botschaft: „Hier ist kein Platz für Gewalt an Mädchen und Frauen!“. Das sogenannte „StoP-Projekt“ – Stadtteile ohne Partnergewalt“, das ursprünglich in Hamburg ins Leben gerufen wurde, ist seit 2021 auch in Linz aktiv. Die Initiative, die sich gegen häusliche Gewalt an Frauen und Kindern richtet, wird vom Frauenhaus unterstützt und versucht die Zivilbevölkerung in den Opferschutz miteinzubinden. Gemeinsam mit den „StoP-Nachbarinnen“ und Mitarbeitenden des Geschäftsbereichs Stadtgrün und Straßenbetreuung wurden die Bänke entworfen, die nun im öffentlichen aufgestellt werden u auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen und gleichzeitig die Frauenhelpline zu fördern. (vgl. MeinBezirk, 2022)

 

Geschlechterungleichheiten bei Straßennamen

Der öffentliche Raum ist von geschlechtsspezifischen Ungleichheiten, Hierarchien und Ausschlüssen durchzogen. Die Auswirkungen der Geschlechterverhältnisse im öffentlichen Raum sind auch im Stadtbild sichtbar: Während Straßen und Plätze oft nach Männern benannt werden, sind weibliche Persönlichkeiten deutlich weniger vertreten. (vgl. Universität Bern, o.D.)

 

Straßen, die nach bedeutenden Frauen benannt sind, gibt es in Linz vergleichsweise nur wenige und selbst diese sind  oft nur kleine Nebenstraßen. Um ein Beispiel zu nennen: der 120 Meter lange Tschofenigweg in Ebelsberg, welcher  den Namen von Gisela Tschofenig (1917–1945) trägt, die im Lager Schörgenhub von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Gesamt gesehen sind von 1152 Verkehrsflächen in Linz 510 nach Männern benannt und lediglich 47 nach Frauen. Damit machen diese keine zehn Prozent aus. (vgl. Tips, 2020)

 

 

Literatur:

 

1. O.A. (2024, 17. Dezember). Dritter Linzer Frauenbericht zur ökonomischen Lage der Linzerinnen. Abgerufen am 22. Jänner 2025, von Dritter Linzer Frauenbericht zur ökonomischen Lage der Linzerinnen | Stadt Linz

 

2. O.A. (o.D.). Erstes Linzer Frauenprogramm . Abgerufen am 22.1. 2025, von Linzer Frauenprogramm | Stadt Linz

 

3. Feigl, S. (2017, Oktober). Halt, so nicht!. Abgerufen am 22. Jänner 2025, von https://www.land-oberoesterreich.gv.at/files/publikationen/praes_Sicherheitstipps_deu.pdf

 

4. Pühringer, S. (2022, 18. Oktober). StoP-Projekt – Neue Parkbänke als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Abgerufen am 22. Jänner 2025, von  "StoP-Projekt": Neue Parkbänke als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen - Linz

 

5. Schillinger, S. (o.D.). Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung. Öffentlicher Raum. Abgerufen am 22. Jänner 2025, von Forschung: Öffentlicher Raum - Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZFG)

 

6. Stadler, A. (2020, 26. Februar). Linzer Straßennamen: Ein Signal für die Bedeutung von Frauen. Abgerufen am 22. Jänner 2025, von Linzer Straßennamen: Ein Signal für die Bedeutung von Frauen

 

Rassismus und Diskriminierung (Adrian Schwarzmann)

Rassismus ist auf vielen Ebenen der Gesellschaft präsent. Die Erfahrungen damit nehmen in allen Altersschichten zu und immer öfter findet dieser auch im öffentlichen Raum statt. Probleme können dort auf viele verschiedene Arten auftreten, im schlimmsten Fall auch mit Polizeibeteiligung. Diskriminierende Verhaltensmuster lassen sich auch in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz erkennen (vgl. Terkessidis 2004: 69).

Wohnraum

Anhand der AusländerInnenanteile in den verschiedenen Bezirken von Linz lässt sich viel über die Wohnraumstruktur ablesen. Die drei Bezirke mit dem höchsten Ausländeranteil sind das Franckviertel, der Bulgariplatz sowie das Industriegebiet-hafen. Der Hafen hat hierbei den mit Abstand höchsten Anteil mit 70,6 Prozent, was auf die geringe Bevölkerungsanzahl und der in diesem Gebiet befindlichen dominierenden Arbeiterunterkünfte zurückzuführen ist. Der hohe Anteil im Industriegebiet schließt darauf, dass viele MigrantInnen harte Arbeit zu verrichten haben, um an ihren Lohn zu kommen. Das spricht zusätzlich für eine Unausgewogenheit in der Arbeitsplatzzuweisung allgemein. Die zwei zuerst genannten Stadtteile gelten als billiger und leistbarer, weshalb daraus auch Vorurteile in der Gesellschaft widergespiegelt werden. Im Gegensatz dazu ist im Ortsteil Pöstlingberg, der als eine teure Wohnregion in Linz bekannt ist, der Ausländeranteil am geringsten. Das alles zeigt, dass in der oberösterreichischen Landeshauptstadt mehr für die Chancengleichheit getan werden muss, damit es auch für Bürger mit Migrationshintergrund möglich ist, in guten Wohnvierteln wohnen zu können (vgl. Magistrat Linz: 1).

Fehlende Inklusion

In Linz machen bauliche Hürden Menschen mit Behinderungen das Leben schwer. Oftmals erschweren beispielsweise Kopfsteinpflaster die Fortbewegung für RollstuhlfahrerInnen, ältere Menschen oder RadfahrerInnen in der Stadt. Ebenso sind Haltestellen für öffentliche Verkehrsmittel oder auch öffentliche Toiletten nur schwer zugänglich, was vielen behinderten Menschen das tägliche Leben erschwert. Zusätzlich sind taktile Leitsysteme sowie Ampeln mit Akustikfunktion für Menschen mit einer Gehör- beziehungsweise Sehbeeinträchtigung in Linz noch Mangelware (vgl. Die Grünen – Linz: 1).

Bildungswesen

Kinder, die mit Migrationshintergrund eine Linzer Schule besuchen, haben einen Nachteil. Ihnen werde von Anfang an vermittelt, dass sie als Ausländer nur Chancen im weiteren Leben hätten, wenn sie sich an die in der Schule herrschende Sprache anpassen würden. Hierbei werden allerdings die erheblichen Nachteile, die solche SchülerInnen mitbringen, völlig vernachlässigt. Diese haben nämlich in der Regel keine oder nur geringe Unterstützung der Eltern, da diese meistens selbst nicht ausreichend die Sprache Deutsch beherrschen. Dementsprechend fehlt es in den meisten Fällen schon im Vorhinein an Unterstützung durch die Schule beziehungsweise haben eben jene zu wenige Mittel und Angestellte, um einen notwendigen Förderunterricht zu installieren. Es wird verabsäumt, auf die Lebens- und Lernbedingungen von ausländischen SchülerInnen passend einzugehen und Unterstützung zukommen zu lassen (vgl. Schluß/Sattler 2018: 104).

Konkretes Beispiel

Diskriminierung wird auch im Nachtleben von Linz thematisiert. In der Linzer-Disko „Musikpark A1“ ist es normal, dass Menschen mit ausländischem Aussehen kein Teil der Partykultur sein können. Diesen werde oftmals kein Zutritt gewährt, was im öffentlichen Raum ebenfalls eine Ungleichbehandlung bedeutet. Diese Verhaltensmuster sind auf Vorurteile gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund zurückzuführen. Es gelte diese in der breiten Bevölkerung aus dem Weg zu schaffen, um ein Miteinander im Herzen der Stadt Linz zu fördern (vgl. oe24 2022: 1).

Literatur:

Terkessidis, M. (2004): Die Banalität des Rassismus. Bielefeld: transcript.

Magistrat Linz. (2024). Ausländer*innen. https://www.linz.at/zahlen/040_bevoelkerung/070_auslaender/

Die Grünen – Linz. (o.D.). Eine inklusive Stadt ohne Barrieren. https://linz.gruene.at/programm/eine-inklusive-stadt-ohne-barrieren/

Schluß, H. & Sattler, E. (Hrsg.). (2018). Beiträge zu Bildungstheorie und Bildungsforschung. Kindliche Mehrsprachigkeit in Bildungsinstitutionen zwischen Wert und Abwertung. (Band 7). Berlin: Logos.

O. A. (2022, 07. Juni). Social Media Posting geht viral. Wegen ausländischem Aussehen wurde Party-Gästen Zugang zu Linzer Szene-Club verweigert. oe24. Abgerufen am 03. Jänner 2025, von https://www.oe24.at/buzz24/wegen-auslaendischem-aussehen-wurde-personen-zugang-zu-szene-club-verweigert/521259867

Behinderungen und Barrieren im öffentlichen Raum (Traar Noelle)

Soziale Ungleichheiten zeigen sich in Linz besonders deutlich in der Nutzung öffentlicher Räume durch Menschen mit Behinderungen. In Linz wurden in den letzten Jahren viele Aufwendungen unternommen, um Menschen mit Behinderungen den Zugang zu öffentlichen Räumen zu erleichtern. Diese Maßnahmen sind wichtig, weil sie nicht nur die physische Zugänglichkeit verbessern, sondern auch die soziale Teilhabe fördern. Trotz dieser Fortschritte gibt es nach wie vor viele Hürden, die Menschen mit Behinderungen daran hindern, öffentliche Räume uneingeschränkt zu nutzen, was eine uneingeschränkte Nutzung öffentlicher Räume erschweren und zur sozialen Exklusion beitragen.

Physische Barrieren im öffentlichen Raum

Ein besonders beeindruckendes Beispiel für die Aufwendungen zur Verbesserung der Barrierefreiheit ist die Neugestaltung des Aufgangswegs im Bauernbergpark. Vor der Umgestaltung war dieser Parkbereich für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen kaum zugänglich. Durch die Einführung eines barrierefreien Zugangs hat sich die Situation erheblich verbessert, was nicht nur den direkten Zugang erleichtert, sondern auch die Möglichkeit eröffnet, an sozialen und gemeinschaftlichen Aktivitäten im Park teilzunehmen. Solche Maßnahmen sind von grundlegender Bedeutung, da sie öffentliche Räume inklusiver gestalten und die soziale Teilhabe fördern. 
Trotz dieser Erfolge gibt es noch viele Bereiche, in denen bauliche Hindernisse bestehen bleiben. Ältere Gebäude in Linz sind oft nicht mit modernen Aufzügen oder Rampen ausgestattet, was für Rollstuhlfahrer und Menschen mit anderen Mobilitätseinschränkungen problematisch ist. Zudem stellen unebene Gehwege, zugeparkte Bordsteine und fehlende taktile Orientierungshilfen erhebliche Herausforderungen dar. Diese physischen Barrieren behindern nicht nur den Zugang zu wichtigen städtischen Einrichtungen, sondern schränken auch die alltägliche Bewegungsfreiheit erheblich ein. (vgl. Aschermayer, 2022)

Inklusive Freizeitangebote

Ein weiteres herausragendes Beispiel für die inklusiven Bemühungen der Stadt Linz ist die Eröffnung der ersten inklusiven Sport- und Bewegungsanlage im August 2024. Diese speziell entwickelte Anlage zielt darauf ab, Menschen mit und ohne Behinderungen gleichermaßen die Teilnahme an sportlichen Aktivitäten zu ermöglichen. Die Anlage bietet ein breites Angebot von Sportmöglichkeiten, die nicht nur die körperliche Gesundheit fördern, sondern auch den sozialen Zusammenhalt stärken. Solche Projekte sind entscheidend, um die Barrieren zwischen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten abzubauen und ein Gemeinschaftsgefühl zu fördern. Die inklusive Gestaltung dieser Freizeitangebote verdeutlicht den Einsatz der Stadt Linz für eine offene und zugängliche Gesellschaft. (vgl. Gschwandtner, 2024)

Soziale Barrieren und gesellschaftliche Herausforderungen

Neben den physischen Hindernissen stellen soziale Barrieren weiterhin eine erhebliche Herausforderung dar. Die Caritas Oberösterreich hebt hervor, dass Vorurteile und mangelndes Verständnis in der Gesellschaft nach wie vor weit verbreitet sind und die soziale Inklusion von Menschen mit Behinderungen erschweren. Diese Barrieren manifestieren sich oft in Form von Diskriminierung, sozialer Isolation und mangelnder Unterstützung durch die Gesellschaft. Menschen mit Behinderungen fühlen sich häufig ausgegrenzt, weil sie nicht die gleichen Möglichkeiten zur sozialen und kulturellen Teilhabe haben wie ihre Mitmenschen ohne Behinderungen. (vgl. Caritas Oberösterreich, 2020)

Eingeschränkte politische Teilhabe

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der oft übersehen wird, ist die politische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. In einer umfassenden Studie wird deutlich, dass Menschen mit Behinderungen häufig vor strukturellen und institutionellen Hindernissen stehen, die ihre aktive Beteiligung am politischen Leben einschränken. Diese Hindernisse reichen von unzureichender Barrierefreiheit in politischen Gebäuden bis hin zu fehlende barrierefreie Kommunikationsmittel. Zudem sind Vorurteile und mangelnde Sensibilisierung im politischen Bereich ebenfalls erschwerend. Die politische Teilhabe ist jedoch ein wesentlicher Bestandteil der gesellschaftlichen Inklusion und sollte daher stärker gefördert werden. (vgl. Wegscheider, 2013, S. 220ff)

Neue Ansätze zur Barrierefreiheit

Linz arbeitet kontinuierlich daran, neue Ansätze für eine barrierefreie Stadt zu entwickeln. Neben baulichen Maßnahmen wird zunehmend auch auf digitale Lösungen gesetzt, um Barrieren zu überwinden. Beispiele sind barrierefreie Websites und Apps, die Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Informationen erleichtern. Zudem wird in der Stadtplanung verstärkt darauf geachtet, dass künftige Bauprojekte von Anfang an inklusiv gestaltet werden. Diese Entwicklungen zeigen, dass Barrierefreiheit ein wichtiger Bestandteil der Stadtentwicklung ist und weiterhin eine zentrale Rolle spielen wird. (vgl. Stadt Linz, 2021, S.20ff)

Literatur

Aschermayer, F. (2022, 5. April). Aufgangsweg im Bauernbergpark endlich barrierefrei. MeinBezirk. Abgerufen am 22.Dezember.2024, von https://www.meinbezirk.at/linz/c-lokales/aufgangsweg-im-bauernbergpark-endlich-barrierefrei_a5259652.

Gschwandtner, S. (2024, 24. April). Linz bekommt erste inklusive Sport- und Bewegungsanlage. MeinBezirk. Abgerufen am 22.Dezember.2024, von https://www.meinbezirk.at/linz/c-lokales/linz-bekommt-erste-inklusive-sport-und-bewegungsanlage_a6653733.

Caritas Oberösterreich. (2020). In der Gesellschaft gibt es immer noch Barrieren. Abgerufen am 23.Dezember.2024, von https://www.caritas-ooe.at/ueber-uns/news/detailansicht/news/87624-in-der-gesellschaft-gibt-es-immer-noch-barrieren/.

Stadt Linz. (2021). Sozialprogramm der Stadt Linz 2021. https://www.linz.at/images/files/Sozialprogramm_2021_A4_WEB.PDF.

Wegscheider, A. (2013). Politische Partizipation von Menschen mit Behinderungen. SWS-Rundschau, 53(2), 216-234. https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/43699/ssoar-sws-2013-2-wegscheider-Politische_Partizipation_von_Menschen_mit.pdf?sequence=1&isAllowed=y.

Auswirkung sozialer Ungleichheiten auf den öffentlichen Raum [Bearbeiten]

(Simon Windpassinger)

Soziale Ungleichheiten manifestieren sich auf unterschiedliche Art und Weise im öffentlichen Raum und beeinflussen unter anderem dessen Nutzung, Gestaltung sowie dessen Zugänglichkeit.

Ungleichheiten werden geprägt durch Faktoren wie Besitz, Einkommen, Geschlecht, sexueller Orientierung, bürgerlichen Rechten, Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, Alter oder Gesundheit. Diese Merkmale sorgen für ungleiche Ausgangsbedingungen von Menschen und beeinflussen die Ressourcen die Personen haben, um sich in der Gesellschaft zu behaupten.

Im öffentlichen Raum fallen diese Unterschiede besonders ins Gewicht, wenn Personen nicht den sozialen Normen oder Erwartungen an einem Ort entsprechen. Wenn ihr Anderssein an öffentlichen Plätzen und Wegen problematisiert wird, sind die Personen häufig mit Kontroll- oder Normierungsmaßnahmen konfrontiert, die ihren Zugang oder Aufenthalt in öffentlichen Räumen einschränken. Soziale Ungleichheiten in den Lebensumständen werden in öffentlichen Räumen oft hervorgehoben und verstärkt, insbesondere aus der Sicht der Betroffenen.

Soziale Ungleichheiten beeinflussen somit den Zugang zu öffentlichen Räumen erheblich.

Besonders marginalisierte Gruppen wie z.B. Obdachlose oder Personen aus benachteiligten sozialen Schichten sind davon betroffen. Diese haben oft Schwierigkeiten öffentliche Räume gleichberechtigt zu nutzen.

Sozialer Ausschluss kann in verschiedenen Formen wie Überwachung, Stigmatisierung, Verdrängung oder architektonische Gestaltung, die auf Exklusion abzielen, erfolgen.
Dies führt oftmals dazu, dass der öffentliche Raum so zu einem Ort der Kontrolle und Regulation wird, an dem gesellschaftliche Konflikte nicht gelöst, sondern verlagert werden.

 

Politische Einflussnahme:

 

In der Planung und Gestaltung öffentlicher Räume sind marginalisierte Gruppen häufig nicht ausreichend vertreten. Auf ihre Bedürfnisse und Nutzungsmöglichkeiten wird nicht genug eingegangen und somit ihre politische und soziale Teilhabe weiter eingeschränkt.
Politische Strategien sowie kommerzielle Interessen tragen dazu bei, dass der öffentliche Raum von Privatisierungs- und Kommerzialisierungstendenzen geprägt wird.
Meist orientieren sich Funktionen des öffentlichen Raums an Interessen von Investoren, Unternehmen und einer kaufkräftigen Bevölkerungsschicht, während Perspektiven von sozial benachteiligten Gruppen oft übergangen werden.
Für Menschen aus unteren Bevölkerungsschichten kann durch sowohl fehlende finanzielle als auch kulturelle Integration ein öffentlicher Raum unzugänglich erscheinen. Dies führt wiederrum dazu, dass diese Gruppen marginalisiert werden

 

Psychische Auswirkung der Betroffenen

Die negativen Erfahrungen, mit denen Menschen aufgrund sozialer Ungleichheiten im öffentlichen Raum konfrontiert werden, wirken sich sowohl auf ihre psychische Gesundheit als auch auf ihre sozialen Beziehungen aus.

Durch den Mangel an Anerkennung, Stigmatisierung und dem Ausschluss aus öffentlichen Räumen werden die Identitätsbildung und das Selbstwertgefühl von marginalisierten Personen negativ beeinflusst. (vgl. OGSA, 2016)
Wenn soziale Ausgrenzung über längere Zeiträume andauert, geht das mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einher, an einer Depression zu erleiden, was wiederum das Risiko auf vermehrte Ausgrenzung steigert. Dies kann Personen in eine Negativspirale führen, aus der nur schwer ein Entkommen ist. (vgl. Rudert 2024: 206).
Zudem wird durch den Mangel an Anerkennung, Stigmatisierung und dem Ausschluss aus öffentlichen Räumen werden die Identitätsbildung und das Selbstwertgefühl von marginalisierten Personen negativ beeinflusst. (vgl. OGSA, 2016)

 

Literatur:

OGSA. (2016). Soziale Arbeit und öffentlicher Raum in der Stadt. Abgerufen am 10. Jänner 2025, von https://www.ogsa.at/wp-content/uploads/2017/09/OGSA-AGSozialerRaum_Positionspapier2016.pdf

 

Rudert, S. (2024, Juli). Soziale Ausgrenzung: Konsequenzen, Motive und Attributionen. Psychologische Rundschau. Abgerufen am 27. Dezember 2024, von Soziale Soziale Ausgrenzung: Konsequenzen, Motive und Attributionen: Psychologische Rundschau: Vol 75, No 3

Fazit/Schlussfolgerung/Mögliche Lösungen [Bearbeiten]