• 06 - 27.04.26 UT Planungen_Feedback_Fortbildungsangebot

    • Unterrichtsplanung

      Analyse der eigenen Unterrichtsplanungen

    • Feedback

    • Feedback oder Evaluation?

      Evaluation: Evaluation meint das systematische Erfassen und Bewerten einer institutionellen Praxis. Dabei werden z. B. Befragungen, Unterrichtsbeobachtungen, Gespräche und Interviews eingesetzt. Damit werden die Sichtweisen verschiedener anspruchsberechtigter Schulpartner (Lehrpersonen, Schüler*innen, Erziehungsberechtigte, Behörden, Ehemalige, Lehrmeister etc.) erhoben. Ergebnisse einer Evaluation sind ein schriftlicher Bericht und ein darauf sich beziehender Maßnahmenplan, in dem Schlussfolgerungen aus den erhobenen Daten und Qualitätsbeurteilungen gezogen werden.

      Feedback: Feedback bezieht sich auf die individuelle Praxis einer Lehr- oder Leitungsperson. Die einzelne Lehrperson kann Feedbacks nutzen, um das eigene Berufswissen zu erweitern (z. B. über Lernprozesse bei Jugendlichen), Probleme besser zu verstehen (z. B. Diagnose von Unterrichtsstörungen und Disziplinarkonflikten) und das individuelle Handeln zu optimieren. Auf dieser Ebene geht es nicht zuletzt um eine Entlastung von Lehrpersonen, die gelernt haben, Rückmeldungen zu nutzen, um die eigene Arbeit zu reflektieren und gezielte Handlungsstrategien für die Unterrichtsgestaltung zu erarbeiten.

      Feedback und Evaluation unterscheiden sich im Hinblick auf ihren Zweck, Form und Inhalte. Die untenstehende Tabelle zeigt die Unterschiedlichkeiten, die Beteiligte bei der Durchführung von Feedbacks bzw. Evaluationen aufsetzen.

      Bereich
      Feedback
      Evaluation
      Zweck
      Das Feedback steht im Dienste einer selbstverantwortlichen Beurteilung und Optimierung des Handelns
      Die Evaluation steht im Dienste einer institutionell getragenen Optimierung von Prozessen oder im Dienste der Rechenschaftslegung.
      Profil
      (im Idealfall gewünschte) Rückmeldung über Arbeitsergebnisse, die Wirkung von Verhalten und Handlungen einer Person oder eines Teams durch eine oder mehrere andere Personen
      Systematisches Verfahren, das zur möglichst objektiven Bewertung eines Prozesses, eines Produktes oder einer institutionellen Praxis führt.
      Inhalt
      meist Beobachtungen und Eindrücke, selten anhand von Daten
      empirisch gewonnene Daten (Beobachtung, Befragung, Interviews, Analyse, …)
      Gültigkeit
      Feedback kann ein offenes und beschreibendes Feedback sein, aber auch ein kriteriengeleitetes und bewertendes. Die Rückmeldungen beanspruchen subjektive Gültigkeit (Plausibilität für die Betroffenen).
      Die Evaluationsergebnisse und deren Bewertung beanspruchen intersubjektive Gültigkeit: Sie wollen auch für Nicht-Betroffene einsichtig/ nachvollziehbar ist.
      Kriterien
      Feedbacks sind besser nachvollziehbar, wenn Kriterien transparent gemacht werden.
      Evaluationen beinhalten Bewertungen, die mit Bezug auf klare Kriterien gefällt werden.
      Konsequenzen
      Es bleibt den Feedbackempfangenden überlassen, ob sie die Rückmeldung annehmen wollen und welche Schlussfolgerungen sie daraus ziehen.
      Die Berücksichtigung der Evaluationsergebnisse im Handlungsprozess kann – schulintern oder von außen/oben – verbindlich eingefordert werden.
      Adressaten
      Die Rückmeldungen sind ausschließlich an die handelnden Personen gerichtet.
      Die Evaluationsergebnisse sind einem weiteren Personenkreis (Team, Kollegium, Schulleitung, evtl. auch Schulbehörden, Schulaufsicht) zugänglich.
      Wirkung
      (im Idealfall) Einsicht und Lernen und ggf. Änderung von Verhalten
      (im Idealfall) Entscheidungssicherheit und Optimierung von Prozessen

      Quelle: Brägger, G. & Posse, N. (2021). Digitales Feedback und Online-Evaluation für das Lernen fruchtbar machen. In G. Brägger & H.-G. Rolff (Hrsg.), Lernen mit digitalen Medien (S. 294f). Weinheim: Beltz.

    • Icon Video

      Das Video erklärt, dass Collective Teacher Efficacy (CTE) – also der gemeinsame Glaube eines Lehrerinnenteams an die eigene Wirksamkeit – laut John Hatties Forschung den größten Einfluss auf den Lernerfolg von Schülerinnen hat.

      • CTE hat einen Effektstärkewert von 1.57, was extrem hoch ist (Vergleich: 0.4 gilt als "durchschnittlicher" positiver Effekt). Es bedeutet, dass Lehrkräfte gemeinsam überzeugt sind, dass sie durch ihre Arbeit das Lernen aller Schüler*innen deutlich verbessern können – unabhängig von äußeren Umständen wie sozioökonomischem Hintergrund.

      • Schulen mit hoher CTE zeichnen sich dadurch aus, dass Lehrer*innen zusammenarbeiten, ihre Praktiken reflektieren und gegenseitig an den Lernfortschritten arbeiten.

      • Die Kultur an solchen Schulen fördert kontinuierliche Verbesserung, Fokus auf evidenzbasierte Praktiken und eine starke Verantwortungsübernahme für die Erfolge (oder Misserfolge) der Schüler*innen.