Abschnittsübersicht

    • Formalia

      Diese Web-Plattform begleitet das fachwissenschaftliche Seminar Geographie und Ökonomie: ›Gemeinwohl und Gesellschaft‹ von Pascal Goeke im WS 2026/27, zu inskribieren an der PLUS, abgehalten teils in Präsenz an der PHDL und teils online. Es wird im Masterstudium unter GW M 1.1 angerechnet.

      Bitte beachten Sie, dass die LV im wöchentlichen Wechsel mit der LV Empirische Unterrichtsforschung stattfindet, Sie also beide LV – das nötige Zeitbudget bei Ihnen voraussgesetzt – belegen können. Insofern die 6 Sitzungen je 5 LE umfassen, können Sie höchstens einmal fehlen. Nicht möglich sind ein geplantes verspätetes Kommen oder ein früheres Gehen.

    • SPRECHSTUNDE & ZOOM

      Scheuen Sie sich nicht einen Sprechstundentermin zu vereinbaren. Der leichteste Weg zu einem Termin führt über Termino:
      https://www.termino.gv.at/meet/de/p/ff55b6f96b253b1cfd0f0dbb1005cd5b-321627

      ZOOM

      https://zoom.us/j/98532880489?pwd=ZkdNZkh2Y0ozV1FOSnYwK1AyU05XUT09
      Meeting-ID: 985 3288 0489
      Kenncode: 1s.r&2+Lk^

    • Inhalt

      Die Verwendung des Gemeinwohlbegriffs ist schillernd. Der Politik dient der Bezug auf das Gemeinwohl für gewöhnlich als ultimative Rechtfertigung für ihr Handeln: Nur wenn das staatliche Gewaltmonopol und staatliche Machtausübung das Gemeinwohl mehren und nicht oder nicht allein Partikularinteressen dienen, so die generalisierte Erwartung, können politische Handlungen auf Legitimität hoffen. Diese Prominenz der Gemeinwohlkategorie im politischen Feld darf aber nicht vergessen lassen, dass auch die sogenannte Zivilgesellschaft, die Wirtschaft, die Wissenschaft, die Kunst, die Religion und viele andere mehr ihren Teil zur Sicherung und Mehrung des Gemeinwohls beitragen. Darüber hinaus ist auch zu bedenken, dass substanzialistische Vorstellungen vom Gemeinwohl im 20. Jahrhundert durch prozedurale Bestimmungen des Gemeinwohls abgelöst wurden. Zumindest gibt es abseits von ein paar Grundwerten keinen Konsens darüber, was das Gemeinwohl genau beinhaltet oder wessen Wohl das Gemeinwohl ist. Festgehalten werden kann indes, dass das Gemeinwohl praktisch bedeutsam, normativ leitend und theoretisch interessant ist. Entsprechend hart wird über die Ausgestaltung des Gemeinwohls gestritten.


      Im Seminar sollen nach einer grundbegrifflichen Einführung und einer Historisierung von zentralen Gemeinwohlvorstellungen zentrale Streitarenen beleuchtet werden: Welchen Beitrag leistet die Zivilgesellschaft zum Gemeinwohl? Wie kann das Gemeinwohl planetarisch organisiert werden? Welche Rechte haben Tiere und welche Rechte haben Bäume und Landschaften? Wie kann sich die Schule für das Gemeinwohl einsetzen? Welche Rolle haben populistische Bewegungen beim Streit ums Gemeinwohl? Wie kann die Gemeinwohlkategorie inhaltlich gestaltet werden (z.B. Bürger:innenräte, Partizipation, Expertokratien etc.)?

      Ziele

      Die Student:innen…

      • nennen und beschreiben Theorien zum Thema Gemeinwohl
      • kennen die historische Entwicklung von zentralen Gemeinwohlvorstellungen
      • nennen aktuelle Auseinandersetzungen ums Gemeinwohl
      • analysieren Streit- und Diskussionsdynamiken bei Auseinandersetzungen um das Gemeinwohl
      • beschreiben ausgewählte Auseinandersetzungen ums Gemeinwohl im Detail und mit einer großen analytischen Zugriffssicherheit
      • setzen ihre Meinungen zu Gemeinwohlfragen in Bezug zu Wissen ums Gemeinwohl
      • benennen die Bedeutung von Bildung und Schule hinsichtlich des Gemeinwohls

      Anforderungen, Workload & Prüfung

      • Die Student:innen bereiten sich durch umfangreiche Lektüre individuell auf die Sitzungen vor, referieren kenntnisreich und bündig zu ausgewählten Themen, gestalten die kollegial-konstruktiven Diskussionen aktiv mit und entwickeln in dialogischen Arbeits- und Lerngruppen neue Perspektiven auf die Texte und die Welt.
      • Zu jeder Sitzung sind vorab zwei Thesen zu formulieren, die später in evtl. modifizierter Form als Grundlage für die Prüfung gelten und bei der Prüfung zu verteidigen sind.
      • Abschließende mündliche Prüfung zum gesamten Seminar (20 Minuten)
      • 24 Stunden vor der Prüfung sind die Thesen in einem klar strukturierten Dokument abzugeben
      • Workload: 6 ECTS = 150 h
        • 22,5 h Präsenz
        • 80 h Sitzungsvorbereitung (5 * 16 h)
        • 7,5 h Sitzungsnachbereitung 
        • 40 h Prüfungsvorbereitung
    • Literatur Link/URL

      Die von mir angegebene und weiterführende Literatur können Sie hier über OneDrive herunterladen. Dazu müssen Sie allerdings als Teilnehmer:innen in diesem Kurs eingeschrieben sein.

      Nicht verfügbar, außer: Sie sind in Teilnehmer/-innen
  • - Einführung ins Thema und Annäherung an den Begriff des Gemeinwohls
    - Streitfall Grebenhain
    - Dan Poletta und Overheadkosten
    - Rollenspiel Allmende

    • Material zur Sitzung

      Spenden und Macht

      Schmitz, Thorsten. (2017, 27.2.2017). Dorfschönheit. Was passiert, wenn sich ein Milliardär in einen Ort verliebt, aus dem eigentlich alle wegwollen? Über ein Experiment mit nachhaltiger Wirkung. Süddeutsche Zeitung, 73, 3.

      Spenden und Investitionen

      Dan Palotta, The way we think about charity is dead wrong:

      Dan Pallotta

      https://www.ted.com/talks/dan_pallotta_the_way_we_think_about_charity_is_dead_wrong/reading-list#t-50174

    • Chinas Punktesystem – die neue Policey?

    • Das Spiel ist von ATTAC bereitgestellt worden. Dort finden Sie auch mehr Bildungsmaterial.

    • Geschichte des Gemeinwohls und Gemeinwohlkonzepte in der Diskussion
    • Die Staatskategorie Gemeinnützigkeit
    • Streit ums Gemeinwohl
    • Einführung Organisationstheorie zur Vorbereitung auf die nächste Sitzung
    • Literatur zur Vorbereitung

      Galston, William A. (2013). The Common Good: Theoretical Content, Practical Utility. Daedalus, 142(2), 9-14.

      Kirchhof, Paul. (2003). Gemeinnützigkeit – Erfüllung staatsähnlicher Aufgaben durch selbstlose Einkommensverwendung. In Monika Jachmann (Hg.), Gemeinnützigkeit (S. 1-9). Köln: Otto Schmidt. 

      Münkler, Herfried, & Bluhm, Harald. (2001). Einleitung: Gemeinwohl und Gemeinsinn als politisch-soziale Leitbegriffe. In Herfried Münkler & Harald Bluhm (Hg.), Band 1 Gemeinwohl und Gemeinsinn. Historische Semantiken politischer Leitbegriffe (S. 9-30). Berlin: Akademie Verlag. https://doi.org/10.1515/9783050079639-003

    • Analyse von ambitionierten Gemeinwohlprogrammen
    • Vorbereitung

      Die Giving Pledge Initiative ist eine der größten philanthropischen Unternehmungen der Gegenwart. Suchen Sie sich zwei Milliardär:innen der Initiative heraus und recherchieren Sie, welche Stiftungen und Stiftungsprogramme von ihnen unterstützt werden. Wählen Sie zwei Programme und analysieren und vergleichen Sie diese. Stellen Sie die Ergebnisse auf drei bis fünf Folien vor.

      Literatur zur Unterstützung

      Kühl, Stefan. (2011). Organisationen. Eine sehr kurze Einführung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

      Mölders, Marc. (2023). Weltverbesserungsorganisationen. In Maja Apelt & Veronika Tacke (Hg.), Handbuch Organisationstypen (2., überarb. und erw. Aufl., S. 565-582). Wiesbaden: Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-39559-9_25

      Mölders, Marc. (2026, 1.2.2026) Die Weltverbesserer. Wie Organisationen um die Lösung großer Krisen konkurrieren. Essay und Diskurs. Deutschlandfunk. Köln. https://www.deutschlandfunk.de/wie-organisationen-um-die-loesung-grosser-krisen-konkurrieren-100.html (4.3.2026).

    • Vorbereitung
      • Bitte schauen Sie sich das SRF-Kultur-Gespräch mit Michael Sandel aufmerksam an. Zur Unterstützung und Orientierung blicken Sie bitte in das dazugehörige Buch (digital nur auf englisch vorhanden) und konsultieren Sie die Webseite der Friedrich Ebert Stiftung
      • Entwerfen Sie eine ConceptMap, um den Gang der Argumentation darzustellen
      • Überlegen Sie, an welchen Stellen Sie der Argumentation zustimmen, wann Sie widersprechen. Überlegen Sie auch, ob Sie in der von Sandel skizzierten Welt leben wollen würden und welche Schwierigkeiten es bei der Umsetzung geben könnte.
      • Legen Sie faktbasiert dar, ob und wie das Thema in Österreich von Relevanz ist
      • Seien Sie gewappnet, um Ihre Vorbereitung auf zwei bis vier Folien (Concept Map und österreichischer Fall) vorzustellen

      Sandel, Michael J. (2020). Vom Ende des Gemeinwohls. Wie die Leistungsgesellschaft unsere Demokratien zerreißt (Helmut Reuter, Übers.). Frankfurt a.M.: Fischer. 

      Sandel, Michael J. (2020). The Tyranny of Merit. What’s become of the common good? London: Penguin. .

      Über das Buch – Zusammenfassung der Friedrich Ebert Stiftung

      Michael Sandel: Erfolg durch Verdienst? | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur

      Eine animierte Zusammenfassung: RSA Minimate: The Tyranny of Merit | Michael Sandel

    • Literatur zur Vorbereitung

      Daub, Adrian. (2026). Was das Valley herrschen nennt. Berlin: Suhrkamp.

      Mühlhoff, Rainer. (2025). Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus. Ditzingen: Reclam. 

    • Vorbereitung

      Bitte schauen Sie vom ersten Teil des Interview mit Bruno Latour die Minuten 25:00 bis 36:50 an.

      Teil I; Min. 25:00 bis 36:50

      Teil II

    • Literatur Link/URL

      Die von mir angegebene und weiterführende Literatur können Sie hier über OneDrive herunterladen. Dazu müssen Sie allerdings als Teilnehmer:innen in diesem Kurs eingeschrieben sein.

      Nicht verfügbar, außer: Sie sind in Teilnehmer/-innen
    • Böckenförde, Ernst-Wolfgang. (2002). Gemeinwohlvorstellungen bei Klassikern der Rechts- und Staatsphilosophie. In Karsten Fischer & Herfried Münkler (Hg.), Band 3 Gemeinwohl und Gemeinsinn im Recht: Konkretisierung und Realisierung öffentlicher Interessen (S. 43-66). Berlin: Akademie Verlag. https://doi.org/10.1524/9783050080215.43

      Fischer-Lescano, Andreas. (2018). Natur als Rechtsperson. Zeitschrift für Umweltrecht, 15(4), 205-216. https://doi.org/10.17176/20180416-140435

      Galston, William A. (2013). The Common Good: Theoretical Content, Practical Utility. Daedalus, 142(2), 9-14.

      Hellmann, Kai-Uwe. (2002). Gemeinwohl und Systemvertrauen. Vorschläge zur Modernisierung alteuropäischer Begriffe. In Herfried Münkler & Karsten Fischer (Hg.), Band 2 Gemeinwohl und Gemeinsinn. Rhetoriken und Perspektiven sozial-moralischer Orientierung (S. 77-109). Berlin: Akademie Verlag.

      Holm, Andrej, & Laimer, Christoph (Hg.). (2021). Gemeinschaftliches Wohnen und selbstorganisiertes Bauen. Wien: TU Wien Academic Press. https://doi.org/10.34727/2021

      Kirchhof, Paul. (2003). Gemeinnützigkeit – Erfüllung staatsähnlicher Aufgaben durch selbstlose Einkommensverwendung. In Monika Jachmann (Hg.), Gemeinnützigkeit (S. 1-9). Köln: Otto Schmidt.

      Münkler, Herfried, & Bluhm, Harald. (2001). Einleitung: Gemeinwohl und Gemeinsinn als politisch-soziale Leitbegriffe. In Herfried Münkler & Harald Bluhm (Hg.), Band 1 Gemeinwohl und Gemeinsinn. Historische Semantiken politischer Leitbegriffe (S. 9-30). Berlin: Akademie Verlag. https://doi.org/10.1515/9783050079639-003

      Offe, Claus. (2002). Wessen Wohl ist das Gemeinwohl? In Herfried Münkler & Karsten Fischer (Hg.), Band 2 Gemeinwohl und Gemeinsinn. Rhetoriken und Perspektiven sozial-moralischer Orientierung (S. 55-67). Berlin: Akademie Verlag. https://doi.org/10.1515/9783050079677-004

      Ostrom, Elinor. (1990). Governing the Commons. The evolution of institutions for collective action. Cambridge, MA: Cambridge University Press.

      Sandel, Michael J. (2020). Vom Ende des Gemeinwohls. Wie die Leistungsgesellschaft unsere Demokratien zerreißt (Helmut Reuter, Übers.). Frankfurt a.M.: Fischer.

      Sandel, Michael J. (2020). The Tyranny of Merit. What’s become of the common good? London: Penguin.

      van Dyk, Silke, & Haubner, Tine. (2021). Community-Kapitalismus. Hamburg: Hamburger Edition. 

    • Prüfung „Geographie und Ökonomie: Gemeinwohl und Gesellschaft“

      Die 20minütigen mündlichen Prüfungen werden online stattfinden:

      https://zoom.us/j/98532880489?pwd=ZkdNZkh2Y0ozV1FOSnYwK1AyU05XUT09
      Meeting-ID: 985 3288 0489
      Kenncode: 1s.r&2+Lk^

      Bei technischen Problemen schicken Sie bitte eine SMS an +49 162 3155347. Bitte seien Sie rechtzeitig vor Beginn der Prüfung im digitalen Warteraum. Denken Sie auch daran, 24h vor der Prüfung Ihre Thesen hochzuladen. Pro Sitzung sind zwei Thesen erforderlich, also insgesamt 12 Thesen.

      Was ist eine These?
      • Thesen sind zugespitzte und (idealerweise) kontroverse Behauptungen, die einer argumentativen Begründung bedürfen.
        • Was ist eine argumentative Begründung?
      • Gute Thesen lassen sich belegen oder widerlegen.
        • Test: Formulieren Sie eine Gegenthese.
      • Gute wissenschaftliche Thesen sind idealerweise so kurz wie möglich und so lang und differenziert wie nötig. Sie bestehen aus vollständigen Sätzen mit einfachem Satzbau.
      • Gute Thesen beinhalten keine Allgemeinplätze.
        • Aber: eine These, die Allgemeinplätzen widerspricht, kann eine gute These sein!
      • Gute Thesen sind keine Tatsachenbehauptungen oder Fakten.
        • Aber: Thesen können sich auf Tatsachenbehauptungen oder Fakten stützen, indem sie eine Interpretation dazu enthalten oder Zusammenhänge herstellen.
      • Gute Thesen systematisieren das Material.