Abschnittsübersicht
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Konkretisierung des Themas
- Analyse von App- Berechtigungen anhand eigener Smartphone Apps
- Bewertung von Risiken und Nutzen digitaler Berechtigungen
- Untersuchung von Cookie-Bannern und Erkennen von Dark Patterns
- Reflexion datensparsamer Entscheidungen beim digitalen Konsum
Lehrplanbezug:
Geographie & Wirtschaftskunde – Lehrplan 2027 (5D 5.11)

Digitale Grundbildung
2. Klasse
Kompetenzbereich Orientierung: gesellschaftliche Aspekte von Medienwandel und Digitalisierung analysieren und reflektieren
2.2. (G)
Interessen und Bedingungen der Medienproduktion und der Veröffentlichung sowie des Medienkonsums analysieren3. Klasse
Kompetenzbereich Orientierung: gesellschaftliche Aspekte von Medienwandel und Digitalisierung analysieren und reflektieren
3.3. (G)
Veränderungen des Mediennutzungsverhaltens beschreiben sowie Chancen und Gefahren der personalisierten Mediennutzung analysierenGroblernziele:
Die Lernenden können wesentliche Aspekte der digitalen Privatsphäre erklären und kritisch bewerten, insbesondere im Umgang mit App- Berechtigungen, Cookies und Tracking.
Feinlernziele:
- Die SchülerInnen können verschieden App-Berechtigungen benennen und deren Funktion erklären (AFBI)
- Die SchülerInnen können Risiken und Nutzen einzelner Berechtigungen erläutern (AFBII)
- Die SchülerInnen können App-Berechtigungen ihrer eigenen Apps prüfen und ihre Erkenntnisse kritisch reflektieren (AFBIII)
- Die SchülerInnen können die Begriffe Cookies, Tracking, Dark Patterns und Drittanbieter beschreiben (AFBI)
- Die SchülerInnen können Cookie- Banner analysieren und Dark-Pattern-Strategien bewerten (AFBIII)
- Die SchülerInnen können datensparsame Entscheidungen auf Websites selbstständig treffen und dazu Stellung nehmen (AFBIII)
- Die Schüler:innen können erklären, warum personenbezogene Daten für digitale Geschäftsmodelle wirtschaftlich zentral sind (AFB II).
Theoretische Bezüge
Das Lern-Lehr-Arrangement knüpft an die alltagsrelevante Problematik digitaler Überwachung, Datensammlung und Geschäftsmodelle datenbasierter Unternehmen an. Die Lernenden setzen sich aktiv damit auseinander, welche Daten Apps oder Websites erheben, weshalb sie diese tun und welche Folgen dies für die eigene informationelle Selbstbestimmung hat. Durch die Auseinandersetzung mit Risiken, Dark Patterns und manipulativen Designs wird die Fähigkeit gefördert bewusste, nachhaltige und reflektiere Entscheidungen zu treffen. Digitale Plattformen finanzieren sich häufig durch datenbasierte Geschäftsmodelle, bei denen personalisierte Werbung eine zentrale Rolle spielt.
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Einheit 1: „Mein Smartphone, meine Daten“
Material & Setting
- Beamer/Lehrer-Laptop
- Smartphones der Schüler:innen (freiwillig!), Arbeitsblatt/Checkliste, Padlet/H5P
Ablauf
- Einstieg (5–7 min)
Kurzer Aha-Moment: Zeig 2–3 Screenshots von App-Berechtigungen (z. B. Einkaufs-/To-Do-App, Reise-App). Leitfragen:
„Die App möchte Kontakte/Standort – warum? Was könnte sinnvoll sein, was heikel?“
Mini-Impuls: Was heißt eigentlich Datenschutz? Welche Daten sind gemeint = Schutz personenbezogener Daten; Einwilligung muss freiwillig, informiert, eindeutig sein. Saferinternet.at+1
- Begriffe klären (kurz, 5 min)
Berechtigung, personenbezogene Daten, Einwilligung, Tracking, Drittanbieter.
- Einzelarbeit (10 min)
Jede:r prüft 3 oft genutzte und 1 selten genutzte App: Welche Berechtigungen sind aktiv? Wofür? (Checkliste)
- Gruppenarbeit (15–18 min)
Gruppen (3–4 SuS) vergleichen Beobachtungen, erstellen ein Padlet mit Spalten: App – Berechtigungen – Nutzen – Risiko – Tipp (Einstellung/Alternative). - Kurzpräsentationen (5–7 min)
Jede Gruppe zeigt 1–2 spannende Funde + einen Tipp.
- Quiz/Reflexion (5–8 min)
Begriff-Quiz
Einheit 2: „Cookies, Banner & Dark Patterns“
Ablauf
- Einstieg (5 min)
Kurzvideo (eigene Aufnahme, s. unten) oder ein kindgerechter Clip zu Cookies; Handzeichen-Blitzrunde: „Wer klickt oft ‘Alles akzeptieren’?“ – Warum?
https://videos.simpleshow.com/4h0wfPuKDi
- Input (5–7 min)
Cookie = kleine Textdatei; unbedingt nötige vs. Statistik/Marketing-Cookies; gültige Einwilligung (frei, informiert, eindeutig; keine vorangekreuzten Kästchen; gleichwertiges Ablehnen). Aktuelle EU-Leitlinien & Cookie-Banner-Taskforce.
- Gruppenarbeit – Cookie-Banner-Audit (20 min)
Gruppen wählen verschiedene Websites (oder vorgegeben):
Prüfkriterien: - Gibt es eine „nur notwendige Cookies“-Option auf 1. Ebene?
- Ist „Ablehnen“ so sichtbar wie „Akzeptieren“?
- Wie viele Klicks bis zur datensparsamen Wahl?
- Wird verständlich erklärt, wer Daten bekommt (Drittanbieter)?
Ergebnisse in gemeinsamer Tabelle/Padlet sammeln: Website – Optionen – Dark Pattern? – Empfehlung an Nutzer:innen
(Hinweis: Seriöse Seiten bevorzugen; keine Accounts einloggen.)
- Galeriegang & Diskussion (10–12 min)
Gruppen lesen gegenseitig, markieren Beispiele für gelungene/fragwürdige Banner.
- Schluss (5–8 min)
„3-Schritte-Regel“ für kluge Banner-Entscheidungen:
1. Erst Einstellungen statt Alles akzeptieren;
2. Nur notwendige zulassen;
3. Datenschutz-Info kurz überfliegen (Wer, wozu?).
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