Abschnittsübersicht

    • Formalia

      Diese Web-Plattform begleitet das fachwissenschaftliche Seminar ›Gemeinwohl und Gesellschaft‹ von Pascal Goeke im WS 2024/25, zu inskribieren an der PLUS, abgehalten teils PHDL, teils online. Es wird im Masterstudium unter GW M 2.1 angerechnet.

    • SPRECHSTUNDE & ZOOM

      Scheuen Sie sich nicht einen Sprechstundentermin zu vereinbaren. Der leichteste Weg zu einem Termin führt über Termino:
      https://www.termino.gv.at/meet/de/p/ff55b6f96b253b1cfd0f0dbb1005cd5b-321627

      ZOOM

      https://zoom.us/j/98532880489?pwd=ZkdNZkh2Y0ozV1FOSnYwK1AyU05XUT09
      Meeting-ID: 985 3288 0489
      Kenncode: 1s.r&2+Lk^

    • Inhalt

      Die Verwendung des Gemeinwohlbegriffs ist schillernd. Der Politik dient der Bezug auf das Gemeinwohl für gewöhnlich als ultimative Rechtfertigung für ihr Handeln: Nur wenn das staatliche Gewaltmonopol und staatliche Machtausübungen das Gemeinwohl mehren und nicht oder nicht allein Partikularinteressen dienen, so die generalisierte Erwartung, können politische Handlungen auf Legitimität hoffen. Diese Prominenz der Gemeinwohlkategorie im politischen Feld darf aber nicht vergessen lassen, dass auch die sogenannte Zivilgesellschaft, die Wirtschaft, die Wissenschaft, die Kunst, die Religion und viele andere mehr ihren Teil zur Sicherung und Mehrung des Gemeinwohls beitragen. Darüber hinaus ist auch zu bedenken, dass substanzialistische Vorstellungen vom Gemeinwohl im 20. Jahrhundert durch prozedurale Bestimmungen des Gemeinwohls abgelöst wurden. Zumindest gibt es abseits von ein paar Grundwerten keinen Konsens darüber was das Gemeinwohl genau beinhaltet oder wessen Wohl das Gemeinwohl ist. Daher wird zu Beginn des 21. Jahrhunderts über die Ausgestaltung des Gemeinwohls hart gestritten.
      Im Seminar sollen nach einer grundbegrifflichen Einführung und einer Historisierung von zentralen Gemeinwohlvorstellungen zentrale Streitarenen beleuchtet werden: Welchen Beitrag leistet die Zivilgesellschaft zum Gemeinwohl? Wie kann das Gemeinwohl planetarisch organisiert werden? Welche Rechte haben Tiere und welche Rechte haben Bäume und Landschaften? Wie kann sich die Schule für das Gemeinwohl einsetzen? Welche Rolle haben populistische Bewegungen beim Streit ums Gemeinwohl? Wie kann die Gemeinwohlkategorie inhaltlich gestaltet werden (z.B. Bürger:innenräte, Partizipation, Expertokratien etc.)?

      Ziele

      Die Student:innen…

      • nennen und beschreiben Theorien zum Thema Gemeinwohl
      • kennen die historische Entwicklung von zentralen Gemeinwohlvorstellungen
      • nennen aktuelle Auseinandersetzungen ums Gemeinwohl
      • analysieren Streit- und Diskussionsdynamiken bei Auseinandersetzungen um das Gemeinwohl
      • beschreiben ausgewählte Auseinandersetzungen ums Gemeinwohl im Detail und mit einer großen analytischen Zugriffssicherheit
      • entwickeln und begründen Haltungen zu Auseinandersetzungen ums Gemeinwohl
      • benennen die Bedeutung von Bildung und Schule hinsichtlich des Gemeinwohls

      Anforderungen, Workload & Prüfung

      • Die Student:innen bereiten sich durch umfangreiche Lektüre individuell auf die Sitzungen vor, referieren kenntnisreich und bündig zu ausgewählten Themen, gestalten die kollegial-konstruktiven Diskussionen aktiv mit und entwickeln in dialogischen Arbeits- und Lerngruppen neue Perspektiven auf die Texte und die Welt.
      • Zu jeder Sitzung sind zwei Thesen zu formulieren, die als Grundlage für die Prüfung gelten und bei der Prüfung zu verteidigen sind.
      • Abschließende mündliche Prüfung zum gesamten Seminar (20 Minuten)
      • 24 Stunden vor der Prüfung sind die Thesen in einem klar strukturierten Dokument abzugeben
      • Die Prüfungen finden am Mittwoch, den 18. Dezember 2024 und am Mittwoch, den 22. Jänner 2025 via Zoom statt
      • Workload: 6 ECTS = 150 h = 22,5 h Präsenz + 5 h Nachbereitung/Thesen formulieren + 50 h Prüfungsvorbereitung + 9 * (8 h Vorbereitung mit Lektüre)
    • Literatur Link/URL

      Die von mir angegebene und weiterführende Literatur können Sie hier über OneDrive herunterladen. Dazu müssen Sie allerdings als Teilnehmer:innen in diesem Kurs eingeschrieben sein.

      Nicht verfügbar, außer: Sie sind in Teilnehmer/-innen
    • Pflichtliteratur zur Vorbereitung

      Galston, William A. (2013). The Common Good: Theoretical Content, Practical Utility. Daedalus, 142(2), 9-14.

      Münkler, Herfried, & Bluhm, Harald. (2001). Einleitung: Gemeinwohl und Gemeinsinn als politisch-soziale Leitbegriffe. In Herfried Münkler & Harald Bluhm (Hg.), Band 1 Gemeinwohl und Gemeinsinn. Historische Semantiken politischer Leitbegriffe (S. 9-30). Berlin: Akademie Verlag. https://doi.org/10.1515/9783050079639-003

      Offe, Claus. (2002). Wessen Wohl ist das Gemeinwohl? In Herfried Münkler & Karsten Fischer (Hg.), Band 2 Gemeinwohl und Gemeinsinn. Rhetoriken und Perspektiven sozial-moralischer Orientierung (S. 55-67). Berlin: Akademie Verlag. https://doi.org/10.1515/9783050079677-004

    • Chinas Punktesystem – die neue Policey?

    • Pflichtliteratur zur Vorbereitung

      Bourdieu, Pierre. (1992). Ökonomisches Kapital – Kulturelles Kapital – Soziales Kapital. In Pierre Bourdieu (Hg.), Die verborgenen Mechanismen der Macht (S. 49-79). Hamburg: VSA.

      Putnam, Robert D. (1995). Bowling Alone: America’s Declining Social Capital. Journal of Democracy, 6(1), 65-78.

      Gut zum Lernen

      Braun, Boris. (2002). Soziales Kapital, sozialer Zusammenhalt und soziale Ungleichheit. Bundeszentrale für politische Bildung, https://www.bpb.de/apuz/26805/soziales-kapital-sozialer-zusammenhalt-und-soziale-ungleichheit?p=all#fr-footnodeid9 (letzer Zugriff am 6.12.2024).

    • Pflichtliteratur & Aufgabe zur Vorbereitung

      Kirchhof, Paul. (2003). Gemeinnützigkeit – Erfüllung staatsähnlicher Aufgaben durch selbstlose Einkommensverwendung. In Monika Jachmann (Hg.), Gemeinnützigkeit (S. 1-9). Köln: Otto Schmidt.

      Webseite Guter Rat für Rückverteilung: https://guterrat.info/; Verschaffen Sie sich einen Überblick und lesen Sie die Evaluation von Daniela Ingruber.

      Aufgabe

      Gemeinnützigkeit ist eine formale Kategorie des Staates. Wem der Staat die Gemeinnützigkeit zuspricht, der genießt ein hohes Prestige und steuerliche Vorteile. Diese Entscheidung ist oft, aber nicht immer eindeutig.

      1. Lesen Sie den Text von Kirchhof (2003) aufmerksam durch
      2. Recherchieren Sie einen österreichischen Fall, der hinsichtlich der Gemeinnützigkeit strittig ist!
      3. Fassen Sie den Fall zusammen und entscheiden Sie hinsichtlich der Gemeinnützigkeit. Begründen Sie Ihre Entscheidung.
      4. Präsentieren Sie den Fall und die Entscheidung auf ein oder zwei Folien.
    • Sie können entweder die drei Fälle entscheiden und begründen ODER andere Fälle suchen.

    • Vorbereitung
      • Bitte schauen Sie sich das SRF-Kultur-Gespräch mit Michael Sandel aufmerksam an. Zur Unterstützung und Orientierung blicken Sie bitte in das Buch (digital nur auf englisch vorhanden) und konsultieren Sie die Webseite der Friedrich Ebert Stiftung
      • Entwerfen Sie eine ConceptMap oder eine ähnliche Visualisierung, um den Gang der Argumentation darzustellen
      • Überlegen Sie, an welchen Stellen Sie der Argumentation zustimmen, wann Sie widersprechen. Überlegen Sie auch, ob Sie in der von Sandel skizzierten Welt leben wollen würden und welche Schwierigkeiten es bei der Umsetzung geben könnte.

      Sandel, Michael J. (2020). Vom Ende des Gemeinwohls. Wie die Leistungsgesellschaft unsere Demokratien zerreißt (Helmut Reuter, Übers.). Frankfurt a.M.: Fischer. 

      Sandel, Michael J. (2020). The Tyranny of Merit. What’s become of the common good? London: Penguin. .

      Über das Buch – Zusammenfassung der Friedrich Ebert Stiftung

      Michael Sandel: Erfolg durch Verdienst? | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur

      Eine animierte Zusammenfassung: RSA Minimate: The Tyranny of Merit | Michael Sandel

    • Pflichtliteratur zur Vorbereitung

      Bitte lesen Sie die beiden nachstehenden Texte. Der Text von Hardin ist klassisch und hat viele nachfolgende Forschungen angeregt. Er ist aber auch ein wenig befremdlich. Achten Sie daher darauf, dass Sie die Kernidee mitnehmen und auf die Frage, was denn nun die Tragödie der Allmende ist, eine klare Antwort geben können. Der zweite Text ist ein für Sie hoffentlich interessanter Beitrag zum Thema Wohnen.

      Hardin, Garrett. (1968). The Tragedy of the Commons. Science, 162(2859), 1243-1248. doi:10.1126/science.162.3859.1243

      Helfrich, Silke, Knaffl, Tomislav, & Meretz, Stefan. (2021). Commons statt Gemeinschaft. Anders bauen und wohnen. In Andrej Holm & Christoph Laimer (Hg.), Gemeinschaftliches Wohnen und selbstorganisiertes Bauen (S. 43-53). Wien: TU Wien Academic Press. Link

      The Tragedy of the Commons and Possible Solutions

    • Pflichtliteratur zur Vorbereitung

      Kühl, Stefan. (2011). Organisationen. Eine sehr kurze Einführung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

    • Die Organisationstheorie lässt sich besser als viele andere Theorien über Schlüsselbegriffe aufbauen und erschließen. Auch das kleine Büchlein von Kühl ist so strukturiert. Ihre Aufgabe ist es nun, kollaborativ ein Glossar zu den Schlüsselbegriffen der Organisationstheorie zu entwickeln. Dazu befolgen Sie bitte die nachstehenden Schritte. Bitte bedenken Sie unbedingt, dass Sie umsichtig vorgehen müssen. Manchmal ist eine kleine Korrektur mehr wert als ein langer neuer Eintrag.

      1. Wählen Sie zwei Begriffe der Organisationstheorie aus, zu denen Sie einen Glossareintrag verfassen wollen. Bedenken Sie, dass jeder Begriff nur einmal verwendet werden kann. Legen Sie diesen Begriff neu an und beschreiben Sie den Begriff in ca. zwei bis drei Sätzen. Denken Sie dabei daran, dass Sie eventuell aus Kühl zitieren müssen – Beispiel: (Kühl 2011: 23). Beenden Sie Ihren Beitrag mit Ihrem Namen: (Autorin: Tanja Mustermann)

      2. Prüfen und verbessern Sie zwei andere Einträge von Ihren Kommiliton:innen. Notieren Sie am Ende des Beitrag, dass Sie ihn geprüft haben: (geprüft von Tim Weber)

      3. Wählen Sie einen Glossareintrag und illustrieren Sie die theoretische Aussage an einem Beispiel mit Gemeinwohlbezug. Notieren Sie auch hier die Autor:innenschaft (Beispiel von John Doe).

      Bitte bearbeiten Sie die Aufgabe bis zum 26.11.2024

    • Die Sitzung baut auf dem Glossar zum Organisieren auf und fragt danach, wie Organisationen sich für das Gemeinwohl einsetzen können.

    • Pflichtliteratur zur Vorbereitung

      Nöthen, Eva, & Schreiber, Verena (Hg.). (2023). Transformative Geographische Bildung. Schlüsselprobleme, Theoriezugänge, Forschungsweisen, Vermittlungspraktiken. Heidelberg: Springer Spektrum. https://doi.org/10.1007/978-3-662-66482-7

      1. Lesen Sie die Einleitung (S. 1-6) und geben Sie eine Antwort auf die Frage, was transformative Bildung ist.
      2. Wählen Sie ein Kapitel aus und legen Sie dar, welche Relevanz das Kapitel für das Thema Gemeinwohl hat. Überlegen Sie weiter, ob Sie den Ausführungen und Forderungen des Kapitels zustimmen. Begründen Sie Ihre Haltung.