Abschnittsübersicht

    • Josef Strobl (2009) Kartographie als Benutzerschnittstelle für Geoinformation.- In: Karel Kriz, Wolfgang Kainz & Andreas Riedl, Geokommunikation im Umfeld der Geographie. Tagungsband zum Deutschen Schulgeographentag 2009 in Wien. Wien. (= Wiener Schriften zur Geographie und Kartographie, Bd. 19). S. 204 - 208.

    • Impulsfragen zum Text

      • Fassen Sie zusammen, warum Josef Strobl (analoge) Karten als Datenspeicher und (digitale) Karten als Schnittstelle bezeichnet.
      • Vergleichen Sie analoge und digitale Karten am Kriterium Maßstab.

      Erweiterung - außerhalb des Textes

      • Nennen Sie Beispiele für digitalisierte und analogisierte Karten. 
      • Beschreiben Sie den Unterschied zu digitalen und analogen Karten.
    • Zur Frage: Wer steckt hinter diesen Geodaten und Geoportalen

      • Kommerzielle Unternehmen (commercial)

      mit legitimen individuellen Interessen, für die Erwirtschaftung von Deckungsbeiträgen/Gewinnen, als Serviceplattform für kommerzielle Prozesse

      Wie werden Daten ausgewählt? Welche Daten werden (bei welcher Maßstabsebene) angezeigt?

      Personalisierte Darstellung auf den Kunden/Leser:in hin.

      • Öffentliche Dienste (Governmeltal Services)

      im öffentlichen Auftrag
      Inspire-Richtlinie der EU: Was von der Öffentlichkeit erhoben/bezahlt wurde, ist der Öffentlichkeit gratis zur Verfügung zu stellen.

      Vollständig, zu einem bestimmten Zeitpunkt

      in einer einheitlichen Daten- und Darstellungsqualität ("Kartenwerk")

      • Web-Community

      Wiki-Prinzip
      Jede:r darf beitragen. - Prosumer-Prinzip (Producer - Consumer), Partizipation
      Eine selektive Gruppe trägt tatsächlich bei.

      in regional unterschiedlicher Datendichte/Datenqualität, nach gewissen Standards

      inkl. der Überprüfung von ausgewählten Nutzer:innen

    • Zur Frage: Wie dürfen diese Daten genutzt werden?

      • Privat
      • interne Nutzung:
        In der Klasse oder einer schulinternen Plattform - Urheberrechtserlass des österreichischen BMB
      • öffentliche Nutzung
        • publiziert auf einer Webseite, einem öffentlich zugänglichen Lernkurs, bei öffentlichen Events wie Tag der offenen Tür, Elternsprechtag, Schul-Webseite etc.
        • im Austausch/in der Weitergabe an Kolleg:innen
      • Verarbeitung/Produktion neuer Anwendungen und deren Weitergabe
        • kommerziell
        • unter gleichen Rechten

      • zusätzlich Hinweis auf fremdes (geistiges) Eigentum - Kurz- und Langbelege
    • Zur Frage der Lizenzen

      • C - Copyright
      • CC - Creative Commons

      Prinzipiell gilt: Jedes (geistige) Werk ist für den:die Eigentümer/Autor/Herausgeber:in geschützt und obliegt ihrer:seiner persönlichen Verwendung. Es gibt das Copyright.

      Spezialfrage: Wem gehört das Werk, das in der beruflich Dienstzeit erstellt wurde?

    • Zur Frage "offen - nicht offen"

      Offen bedeutet, dass ...

      • der Source-Code der App/des Programmes öffentlich zugänglich ist und ohne Lizenzgebühren verwendet und weiter entwickelt werden kann.
      • die Daten öffentlich zugänglich sind und frei (ohne Lizenzgebühren) genutzt werden können, für welchen Zweck auch immer. Ein Hinweis auf die Quelle (mit Langbeleg) ist auf jeden Fall nötig.
    • Zur Frage ONline - OFFline

      Unterscheidung in der Abhängigkeit vom Internet

        offline offline und online online
      Installation

      Download der App von einer Web-Seite; (im 20. Jh. von einer DVD).

        Installation eines Web-Browsers wie Firefox, MS Edge, Google Chrome, Apple Safari, ... nötig.
      Aufruf / Start

      vom Desktop des PCs/Notebooks bzw. Startbildschirm des mobile Gerätes

      Programm und Daten liegen offline. Für den Programmlauf ist keine Internetverbindung nötig.

      vom Desktop des PCs/Notebooks bzw. Startbildschirm des mobile Gerätes

      Programm liegt lokal, erforderliche Daten werden aus dem Internet aufgerufen.

      in einem Web-Browser mit einer Web-Adresse

      Funktionalitäten und Daten liegen im Internet online.

             
             

    • Zur Frage: Regional begrenzt und zeitlich fixiert

      Daten im Web sind prinzipiell jederzeit und allenorts verfügbar. Teils unterliegen sie einem öffentlichen Zugang, teils einem personalisierten Zugang. - Unabhängig von der Frage der Erreichbarkeit gilt:

      • Räumlich begrenzt / weltweit

      Deckt der Kartendienst die gesamte Welt/alle Kontinente/alle Staaten der Erde ab?

      Ist der Kartendienst auf eine Region eingeschränkt? z. B. Österreich, Europäische Union

      • Zeitliche Dimension - lt. J. Strobl "Die vierte Dimension"

      Sind die Daten für einen bestimmten Zeitpunkt verfügbar? > Statischer Zustand

      Liegen Daten für mehrere Zeitpunkt in einer bestimmten Zeitperiode vor? > Dynamik einer Entwicklung

    • Analoge Beispiele

      • Schiwelt Amadé: Panoramabild Amadé West,
      • BEV: ÖK 1:50.000 Linz
      • Geospace: Satellitenbild von Linz in naturnahen Farben
      • BEV: Luftbild Linz-Forschberg
    • Beispiele für Geomedien 

      unterschieden nach Inhalt und Aussagezweck

      • Ortsplan mit Straßennetz, ev. Hausnummern
      • Straßenkarte mit verkehrsrelevanten Daten
      • topographische Karte zur Orientierung mit ausgewählten topographischen Orten, wie im Schulatlas oder als Wandkarte
        .
      • Foto (Bodenaufnahme)
      • Schrägluftbild, orthogonales Luftbild (Orthofoto), Satellitenbild in naturnahen Farben
      • topographische Karte, als abstraktes Abbild des "Containerraumes", wie z. B. Österreichische Karte, Alpenvereinskarte; früher: Schraffenkarte
        .
      • Satellitenbild in Falschfarben
      • thematische Karte oder Kartogramm zur Darstellung einer speziellen inhaltlichen Aussage, wie z. B. des Wahlergebnisses einer Partei, der Bevölkerungsdichte
      • Panoramakarte mit Wegen/Pisten und Aufstiegshilfen
      • Wanderkarte
        .
      • Croquis (Wegskizze, Kartenskizze, Lageskizze) zur Darstellung von Strukturen, mit dem Verzicht auf Präzision
        .
      • Relief
      • Reliefkarten
      • Globus
      • Reliefglobus
        .
      • ...
    • Kriteriengestützter Vergleich von Geomedien

      1. Was ist die Stärke dieses Geomediums? Was ist sein Zweck?
      2. Wer hat das Medium herausgegeben? Was ist das Interesse des Herausgebers?
      3. Woran ist die Nordrichtung zu erkennen?
      4. Was lässt sich über den Maßstab aussagen?
      5. Wie werden Höhen dargestellt?
      6. Wie werden ...... dargestellt?
        • Orte (punktförmige Phänomene)
        • Straßen (linienförmige Phänomene)
        • Wälder (flächenhafte Phänomene)
      7. Verfolge einen Weg von A nach B. Beschreiben Sie den Weg, sodass ihn andere nachvollziehen können. Fertige eine Wegskizze an.
    • Begrifflichkeiten rund um 'Karten'

      • Unterscheidung von Karte - Plan - Skizze
        • Karten weisen meist eine Nordrichtung aus und werden durch eine Legende ergänzt. Aus Karten ist die geographische Position ablesbar (durch aufgedrucktes Gradnetz, Angabe am Kartenrand o. dgl.). Karten eines Orts oder einer Region weisen eine Maßstabsangabe auf.
        • Ein Plan enthält einen Maßstabsangabe, ist meist sehr großmaßstäbig (z. B. 1 : 1.000, 1 : 100). Er weist oft keine Nordrichtung oder globale Einordnung auf.
        • Skizzen (Croquis) enthalten eine kleine Auswahl von Objekten, die für einen singulären Zweck zweckmäßig sind. Sie zeigen Strukturen auf, sind aber oft nicht maßstabstreu.
      • Maßstabsangabe mit Maßstabsleiste oder als Verhältniszahl.
        • Karten mit einem großen Maßstab weisen eine kleine Maßstabszahl auf (z. B. 1 : 50.000), Karten in einem kleinen Maßstab haben eine große Maßstabszahl (z. B. 1 :  1.000.000).
        • Vorteile der Maßstabsleiste gegenüber der Verhältniszahl -  beim Kopieren, Vergrößern/Verkleinern, bei der Großbildprojektion oder Darstellung am Bildschirm.
        • Kein Umrechnen mit der Maßstabszahl, bevor es in Mathematik gelernt wurde (gegen Ende der 1. Klasse NMS/AHS).
        • Die Maßstabszahl gilt für Längen. Vorsicht bei der Umrechnung von Flächeninhalten (und Volumsinhalten).
      • Die Legende enthält Signaturen (symbolhafte Darstellungen), z. B.
        • Kategorien von Straßen und Wegen nach ihrer Breite
        • Kategrien von Flächen nach ihrer Nutzung
        • Kategorien von Schipisten nach ihrer maximalen Steilheit
        • Kategorien von Aufstiegshilfen nach Lifttyp
        • ...
      • Höhenangabe
        • absolute Höhe gegenüber Meeresniveau: unterschiedliche Festlegung des Nullpunktes -  Unterschied zwischen Österreich und Deutschland am Bsp. Dachstein
        • relative Höhe (Höhenunterschied)
      • Angabe der Höhe durch
        • Höhenkote (in physischen Karten)
        • Höhenlinie/Isophyse (braun) und Tiefenlinie (blau) in Seen (in physischen Karten)
        • Höhenstufen (auf Atlaskarten)
        • Findung von Teilungspunkten durch Anwendung des Strahlensatzes
      • Darstellung des Reliefs durch
        • Schummerung (Schattenwurf bei NW-Beleuchtung) oder
        • Schraffen (unterschiedlich dichte Linien in der Falllinie)
      • Steigungsangaben in Prozent, in (Alt-)Grad, Umrechnung, Abschätzung
        z. B. blaue Pisten bis 25%, rote Pisten bis 40 %, schwarze Pisten darüber
      • orthogonale Projektion (Normalprojektion) :: Zentralprojektion
        • Orthofoto :: Schrägluftbild, perspektivische Darstellungen, keine 3D-Darstellung!
        • Länge im Grundriss/in der Horizontalen :: wahre Länge einer Strecke
      • Karten von ...
        • von öffentlichen Anbietern: z. B. BEV
        • von kommerziellen Anbietern: z. B. Google
        • aus dem Web-2.0: z. B. Open Source (OSM - Open Streetmap, OCM - Open Cycle Map, OPM - Open Pisten Map)